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Anwalts Liebling: Die Rechtsschutzversicherung

Diese Bezeichnung ist zwar nicht falsch,- sie liegt jedoch etwas neben der Sache.
Nach unserer festen und auf jahrelange Erfahrung gestützter Überzeugung ist die Rechtsschutzversicherung vor allem der Liebling des Mandanten.

Es ist leider eine Tatsache, dass sie auf vielen Rechtsgebieten als Normalbürger einen Rechtsstreit wirtschaftlich sinnvoll nicht führen können, wenn eine Rechtsschutzversicherung für dieses Gebiet nicht abgeschlossen worden ist.

Beispiele gefällig:
     

- Arzthaftungsrecht:

Ein Gerichtsverfahren auf diesem Gebiet zieht sich oft mehrere Jahre hin. Da ein Richter kein Mediziner ist, muss er sich in der Regel Sachverstand von außen "heranziehen" und macht dies durch Einholung von medizinischen Sachverständigengutachten. Diese kosten viel Geld und sind schlussendlich von der Partei zu bezahlen, die verliert. Wenn sich die Parteien vergleichen, werden die Kosten entsprechend aufgeteilt. Dieses Kostenrisiko kann den Rechtsschutzkunden "kalt" lassen, da die Versicherung zahlt.

- Reiserecht:

Das Gesetz will es so, dass für eine Klage auf Reisepreisminderung immer das Gericht am Wohnort des Reiseveranstalters zuständig ist.
Wenn Sie ihren Anwalt des Vertrauens an ihrem Wohnort mit der Erhebung einer Klage beauftragen, ist es zumeist erforderlich, dass für Sie ein weiterer Anwalt am Sitz des Reiseveranstalters die Gerichtstermine wahrnimmt. Das Kostenrisiko für den Fall der Niederlage oder der des Teilerfolgs steigt. Dies gilt umso mehr, als die Gegenstandswerte auf diesem Gebiet oft eher gering sind.
Auch hier sorgt die Rechtsschutzversicherung für Entspannung. Egal was kommt: Draufzahlen werden Sie nicht müssen. Selbst wenn das Gericht Ihnen nur 50,00 Euro zusprechen sollte, müssen Sie von diesem Betrag keine anteiligen Kosten pp. in Abzug bringen.

- Mietrecht:

In ihrer Wohnung sind Mängel aufgetreten, die der Vermieter nicht beheben möchte und Sie wollen daher die Miete mindern.
Mängel sind ihrer Natur nach relativ und je nach Betrachter erheblich oder Lappalien. Daher kann ihnen kein Rechtsanwalt im Voraus sagen, ob der Richter Ihre Auffassung teilt, dass der Baulärm oder die Schimmelbildung in ihrem Fall eine Minderung von z.B. 30% rechtfertigt.
Sie befinden sich in einem zivilprozessualen Dilemma: Mindern Sie zuviel, weist der Richter die Klage ab und sie haben die anteiligen Kosten zu tragen. Mindern Sie zu wenig, gibt der Richter der Klage nur in er Höhe statt, die Sie gemindert haben und nicht mehr.
Auch hier hilft die Rechtsschutz: Ein erfahrener Anwalt wird im Rahmen der Minderungshöhe daher immer dazu anraten, die nach der Rechtsprechung maximal zulässigen Beträge von der Miete in Abzug zu bringen. Sollte das Gericht in ihrem Fall zu dem Ergebnis gelangen, sie hätte etwas überzogen, weist es die Klage teilweise ab. Ihre Rechtsschutzversicherung übernimmt dann jedoch die von Ihnen zu tragenden Kosten in voller Höhe. Ergo: Sie haben kein Prozesskostenrisiko.

- Schmerzensgeld:

Auch hier gilt das zum Mietminderungsrecht gesagte. Wird ein zu hohes Schmerzensgeld eingeklagt müssen die anteiligen Kosten getragen werden.
Klagt man ein zu geringes Schmerzensgeld ein, kann das Gericht nicht mehr zusprechen als eingeklagt.

- Arbeitsrecht:

Im Arbeitsrecht gibt es die kostenrechtliche Besonderheit, dass in der I. Instanz jeden Partei ihre Kosten selber zu tragen hat.
Klagen Sie zum Beispiel offene Lohnforderungen in Höhe von 500,00 Euro mit anwaltlicher Unterstützung gegenüber ihrem Arbeitgeber ein und wird dieser zur Zahlung verurteilt, entstehen ca. 160,00 Euro Anwaltsgebühren, die von ihnen zu tragen sind. Von der Lohnforderung verbleiben daher nur noch 340,00 Euro.
Als rechtsschutzversicherter Kläger können Sie hingegen, die gesamten 500,00 Euro für ihre Finanzplanung verwenden.
Im Rahmen von Kündigungsschutzklagen verschärft sich die Sachlage derart, dass nicht rechtsschutzversicherte Mandanten oft nur noch unter Inkaufnahme erheblicher finanzieller Risiken anwaltlich unterstützt klagen können. Und mal ehrlich: Wer hat schon Lust seinem ehemaligen Arbeitgeber und dessen Anwalt allein im Gerichtssaal gegenüber zu stehen?



Peter Paul Rubens: David erschlägt Goliath (ca. 1616)
 

Diese Liste ließe sich fortsetzen. Als Fazit kann festgestellt werden, dass eine rechtsschutzversicherte Partei es im Streitfall "darauf ankommen lassen" und niemals aus wirtschaftlichen Befürchtungen heraus eingeschüchtert werden kann.
Gerade gegenüber scheinbar übermächtigen Gegnern wie z.B. Arbeitgebern, Banken, Vermietern und Versicherungen hilf die Rechtsschutzversicherung dabei, den Rechtsstreit "auf gleicher Augenhöhe" zu führen.

Unsere Kanzlei ist seit Jahren schwerpunktmäßig auf den Feldern tätig, die klassischer Weise vom Rechtsschutz umfasst werden. Anhand ihres Versicherungsvertrags können wir nach Klärung des Sachverhalts mit Ihnen fast immer die Frage des Kostenschutzes klären. Die konkrete Deckungsanfrage übernehmen auf Wunsch wir für Sie, da uns bekannt ist, welche Fragen gegenüber der Versicherung beantwortet werden müssen, um Kostenschutz zu erreichen.


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